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Erstes Pilotprojekt untersucht Technik und Marktpotenzial
Die ersten praktischen Tests in der Hauptstadtregion begannen im Sommer 2003 und dauerten bis zum September 2004. Zu diesem Zeitpunkt war die Standardisierung für DVB-H durch die internationalen Gremien noch nicht vollständig abgeschlossen, so dass Ergebnisse des Berliner „Trials“ in die Diskussion einfließen konnten.
Als Träger der Aktivitäten wurde das Konsortium Broadcast Mobile Convergence (bmco) aktiv, zu dem sich die Firmen Nokia, Philips, Universal Studios Networks und Vodafone Pilotentwicklung zusammen geschlossen hatten. Weitere mittelständische Berliner Unternehmen beteiligten sich mit Systemsoftware oder ersten Umsetzungen von Konzepten für interaktive Dienste.
DVB-H und DVB-T auf einem Kanal
Eine fernsehtechnische Weltpremiere in Berlin: Erstmals wurden DVB-T-Sendungen und DVB-H-Angebote auf einem UHF-Kanal gemeinsam ausgestrahlt. Dafür hatte die mabb einen Teil der Kapazitäten des Kanals 59 bereitgestellt, über den während der gesamten Testphase auch zwei Fernsehprogramme digital verbreitet wurden. Die Abstrahlung erfolgte mit geringerer Leistung von den Sendern Alexanderplatz, Rüdersdorf und Schäferberg.
Auf der Empfangsseite standen ein um ein DVB-H-Modul (Prototyp) erweitertes Handy und ein tragbarer Touchscreen PC mit 6,4 Zoll Bilddiagonale zur Verfügung. Damit waren schon zu diesem frühen Zeitpunkt zwei Varianten der Systemplattform im Test: Das um ein DVB-H-Empfangsmodul erweiterte „Mediahandy 7700“ von Nokia arbeitete auf der Grundlage des Codecs H.263/AAC. Der Handheld-Computer „Hotman 2“ von Philips war bereits für das später endgültig standardisierte Verfahren MPEG-4 / Part 10, H.264 geeignet.
Einem ersten Test wurde gleichfalls die Verbindung zwischen Fernsehen und Mobilfunk unterzogen. Vodafone hatte hierzu die Schnittstelle zu GPRS und das Zusammenwirken interaktiv erweiterter TV-Dienste mit einem von Mobilfunkanbietern genutzten Abrechnungsverfahren in das Projekt eingebracht.
Dienste und Märkte
Die Marktforscher stellten ein großes Interesse an mobilen fernsehähnlichen Diensten (an deren Bereitstellung während des Tests bmco-Partner Universal mitwirkte) fest. Besonderes Interesse fanden Themen wie Nachrichten, Sport, Musik und andere Unterhaltungsangebote.
Offenkundig stand bei den Projektteilnehmern die Nutzung der „normalen“ Fernsehprogramme nicht ausschließlich an erster Stelle. Die Teilnehmer bekundeten ihr besonderes Interesse an Sendeformaten, die aufgrund kurzer Programm-Elemente der mobilen Nutzung, beispielsweise auf dem Weg zur Arbeitsstelle, entgegenkommen.
Interaktive Services seien intensiv genutzt worden, berichtet das bmco-Projekt. Das Novum dieser Services besteht darin, dass der „Rückkanal“ – die Verbindung vom Teilnehmer zum Diensteanbieter – über die Mobilfunkoption des Endgerätes hergestellt wird. Damit entfällt der - beispielsweise beim sogenannten Interaktions-Fernsehen - unvermeidliche Medienbruch.
So demonstrierte das bmco-Trial zum Beispiel das Voting für Musikclips der TV-Sendung „Get the Clip“ (Viva) oder die Bestellung von Kinokarten aus einem laufenden Filmtrailer. Mit dem Projekt „Key to see“ konnte auch ein verschlüsselt ausgestrahltes Programm in Verbindung mit der Adressierung von Teilnehmern im technischen Umfeld von DVB-H getestet werden.
Das Projekt brachte weiterhin wichtige Erkenntnisse über das Zusammenwirken der verschiedenen Hardware- und Softwarekomponenten auf der gesamten Prozesskette und mit verschiedenen Parameter-Kombinationen.
(((Quellen: bmco, Presseinfo v. 13.10.2004. Parameter/Foto: Hotman: Folien Leibbrand, Philips, Research IST-Konferenz 11/04)))

