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Freifunk für Medienkompetenz und Beteiligung

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Freifunk für Medienkompetenz und Beteiligung ist ein Pilotprojekt der mabb und der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin (jfsb) im Rahmen des Landesprogramms jugendnetz-berlin zur Förderung von freien WLAN-Zugängen und der Entwicklung und Erprobung von medienpädagogischen Angeboten und Beteiligungsprojekten in der Jugendarbeit. Kooperationspartner sind der Förderverein Freie Netzwerke e.V. und mediale pfade.org – Verein für Medienbildung e.V.

Das Förderprogramm wendet sich in erster Linie an die Medienkompetenzzentren von jugendnetz-berlin und hat zunächst eine Laufzeit von 2016 bis Ende 2018.

Die Ziele des Pilotprojekts sind:

  • der modellhafte Anschluss von Jugendfreizeiteinrichtungen an das Freifunknetzwerk, mit und durch Jugendlichen selbst,
  • das Entwickeln und Erproben von Projekten, um mit Jugendlichen zu Strukturen und Funktionsweisen des Internets - von technischen, über rechtliche und politische bis hin zu praktischen Dimensionen - und weiteren netzpolitischen Themen medienpädagogisch zu arbeiten,
  • die Entwicklung und Erprobung lokalbasierter, mobiler Beteiligungsmodelle und die Anregung und Förderung des mobilen Journalismus in Kooperation mit dem Berliner Jugendportal jup!,
  • die Aufbereitung und Veröffentlichung von Modellen und Projektleitfäden in Form von OER-Materialien unter CC-Lizenz, um die gemachten Erfahrungen für den Bereich der außerschulischen Medienkompetenzförderung und Medienbildung nutzbar zu machen,
  • die Verbreitung freier Netzwerke, die Demokratisierung der Kommunikationsmedien und die Förderung lokaler Sozialstrukturen.

Hintergrund

Seit 2013 fördert die mabb die Freifunk-Bewegung in Berlin beim Ausbau ihrer IT-Infrastruktur. Hierbei zeigte sich, dass Freifunk gerade auch für die außerschulische medienpädagogische Arbeit ein großes Potenzial hat.

Folgende Potenziale sind dabei zentral:

1     Fehlendes WLAN ist oftmals ein Hindernis für funktionierende medienpädagogische Arbeit in den Einrichtungen. Zugleich ist aber WLAN auch der Schlüssel, um für Jugendliche überhaupt noch als Einrichtung attraktiv zu sein – um sie dann mit Projekten unterstützen zu können. Wenngleich Freifunk hier sicherlich nicht zu vergleichen ist mit der Performance eines regulären Internetanschlusses, kann es dennoch einen ersten Ausweg aus diesem Dilemma bieten. Die bereits bestehende Infrastruktur und die OpenWRT-Software schaffen in den Einrichtungen ein rechtssicheres WLAN und können den Jugendlichen ein technisches Verständnis vermitteln, wie das Internet, wie Netzwerke allgemein funktionieren.

2     Der Gedanke der Freifunkbewegung bietet ein vielversprechendes Handlungsfeld, um vermittelt über Projektarbeit, Kindern und Jugendlichen „das Internet“ zu erklären – ein Ansatz, der in der jetzigen Medienkompetenzförderung viel zu oft zu kurz kommt, u. a. auch, weil es an entsprechenden medienpädagogischen Konzepten mangelt. Es scheint zunehmend schwierig, in der medienpädagogischen Arbeit Jugendlichen „die Grundlagen“ zu erklären. Nicht zuletzt wegen der starken ‚Produktorientierung‘ von Projekten setzt man Jugendliche zunehmend vor fertige Infrastrukturen und Tools, die ihnen kreatives Arbeiten etc. ermöglichen. Was fehlt, sind tragfähige pädagogische Konzepte, die den Jugendlichen das grundlegende „Dahinter“ erklären, um ihnen Bewusstsein, Kritikfähigkeit und Reflexion bezogen auf Medienstrukturen zu ermöglichen.

3     Darüber hinaus ermöglichen Freifunk-Projekte hinaus einen Ansatzpunkt, weitere relevante Netz- und netzpolitische Themen (Datenschutz, IT-Sicherheit und Netzneutralität, TTIP, Vorratsdatenspeicherung, Störerhaftung etc.) mit besonderem öffentlichem Interesse zu verhandeln. Hier mangelt es an schlüssigen Konzepten, um zu diesen Themen medienpädagogisch mit Jugendlichen zu arbeiten.

Am 8. Juni 2016 startete das Pilotprojekt mit einer Kick-Off-Veranstaltung in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung. Neben Aspekten zur Umsetzung des Förderprogramms wurden hier erste Informationen zu der Idee und Funktionsweise des Freifunknetzwerkes gegeben und Fragen zu rechtlichen Rahmenbedingungen erörtert.

Die Präsentation zum Förderprogramm steht hier zum Download (PDF-Datei) zur Verfügung.

Weiterführende Informationen zum Thema "Freifunk" gibt es auf freifunk.net.
Die Koordinierung liegt beim Projektbüro der jfsb.

Kontakt Projektbüro (jfsb) für Koordination und Antragsstellung:
Bernd Gabler | Tel.: 030.2847 019 30 | E-Mail: gabler@jfsb.de

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