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Einführung von Digital Radio (DAB) in Berlin-Brandenburg noch 1998

Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) hat der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) die Frequenzanforderungen in Vorbereitung der Regelbetriebseinführung von „Digital Radio" in Berlin und Brandenburg übermittelt. Die Anforderungen gehen von der vollen Verfügbarkeit der im europäischen CEPT-Plan (Wiesbaden 1995) vorgesehenen DAB-Frequenzblöcke für die 1. und 2. Bedeckung beider Bundesländer aus. 

Für Berlin soll innerhalb eines Jahres ein Versorgungsgrad von jeweils 
95 % der Bevölkerung mit den beiden Blöcken 8C und LI erreicht werden. 

Priorität für Brandenburg hat der Aufbau der landesweiten Versorgung im VHF-Bereich (Blöcke 12D/11C), die innerhalb von 2 Jahren bereits 90 % der Bevölkerung erfassen soll. 

Die Realisierung einer zweiten regionalisierten Senderkette in Brandenburg im L-Band entsprechend CEPT-Plan beginnt zunächst in Ballungsräumen bzw. Bevölkerungsschwerpunkten (z. B. Cottbus, Frankfurt/O., Potsdam), die innerhalb von zwei Jahren zu 80 % zu versorgen sind. Das DAB-Pilotprojekt Berlin-Brandenburg hat gezeigt, daß solche kleineren Regionen durchaus auch in diesem hohen Frequenzbereich um 1.5 GHz mit Digital Radio effektiv versorgt werden können. 

Die gewünschte zweite flächendeckende Vollversorgung Brandenburgs kann jedoch aus Kostengründen nur durch zusätzliche DAB-Frequenzblöcke im VHF-Bereich realisiert werden. Die MABB hat deshalb bei der Regulierungsbehörde diesen Bedarf angemeldet und um möglichst kurzfristige Aufnahme der Frequenzplanung gebeten. 

In einem DAB-Block sollen gleichzeitig mindestens sechs Stereohörfunkprogramme in hoher Qualität übertragen werden. Damit ist eine annähernde Abbildung der derzeitigen UKW-Hörfunklandschaft in der Region erreichbar. Die MABB sieht für die zusätzliche Ausstrahlung von programmunabhängigen Datendiensten (NPAD) bei entsprechendem Bedarf ebenfalls eine ausreichende Datenrate pro Block vor. 

Die Regulierungsbehörde wird nun auf der Grundlage dieser Bedarfsanforderung die Ausschreibung des Sendernetzbetriebs für Berlin und Brandenburg im Rahmen eines bundesweiten Verfahrens vornehmen. 

Die MABB plant die Einleitung des medienrechtlichen Auswahlverfahrens für die Programmbelegung unmittelbar nach Abschluß des fernmelderechtlichen Verfahrens der Regulierungsbehörde, so daß mit der Aufnahme des Regelbetriebs von Digital Radio in Berlin-Brandenburg noch 1998 gerechnet werden kann. 

Die Medienanstalt, die seit 1995 gemeinsam mit der Deutschen Telekom erfolgreich das DAB-Pilotprojekt Berlin-Brandenburg durchführt, wird die bevorstehende Markteinführung von Digital Radio auch weiterhin aktiv begleiten und unterstützen. Sie leistet damit ihren Beitrag, die erforderliche Planungssicherheit für die erfolgreiche Einführung dieses digitalen Hörfunksystems herzustellen.

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