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mabb und Telekom starten bundesweit erstes Pilotprojekt für digitales terrestrisches Fernsehen

Die Deutsche Telekom AG und die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) starten zur Internationalen Funkausstellung 1997 in Berlin das erste Pilotprojekt zum digitalen terrestrischen Fernsehen (DVB-T) in Deutschland. Auf den drei Fernsehkanälen 43, 46 und 59 werden digital insgesamt neun Fernsehprogramme ausgestrahlt. Hinzu kommt ein multimediales Diensteangebot, das über den PC empfangen werden kann. Ein elektronischer Navigator ermöglicht die Orientierung im Gesamtangebot.

Zum terrestrischen digitalen Programmangebot im Rahmen des Pilotprojektes während der Internationalen Funkausstellung \'97 gehören Programme der Veranstalter BBC World, DSF, n-tv, Premiere, ProSieben, RTL, SAT.1, Super RTL, VIVA und ZDF. Zusätzlich wird der SFB auf dem Kanal 37 ein Bouquet öffentlich-rechtlicher Programme ausstrahlen. Auf den Datenkanälen können nach dem DVB-Verfahren (Digital Video Broadcast) auch Informationen übertragen werden, die dem Benutzer als interaktive Anwendung inklusive Audio- und Videosequenzen zur Verfügung stehen. Damit lassen sich aktuelle Dienste wie Wetterinformationen, Sportberichte oder Lernangebote realisieren. Mit DVB-T bringt die Digitaltechnik im klassischen Fernsehbereich zusätzliche Übertragungskapazitäten, erweiterte Angebots- und Nutzungsformen sowie eine bessere Empfangsqualität, insbesondere für portablen Empfang. Kommerzielle Empfänger und Set-Top-Boxen für DVB-T werden voraussichtlich im Herbst nächsten Jahres im Handel verfügbar sein. In der Zwischenzeit sollen im Pilotprojekt das technische Gesamtsystem und die verschiedenen Betriebsvarianten im praktischen Feldversuch unter den realen Empfangsbedingungen des Ballungsraums Berlin-Potsdam erprobt und erste Markteinführungsstrategien entwickelt werden, die über Berlin und Brandenburg hinaus Modellcharakter für Deutschland haben können. Das terrestrische Fernsehen kann mit dem Aufbau digitaler Sendernetze entsprechend dem europäischen DVB-T-Standard zu einer wichtigen Übertragungsplattform für multimediale Angebote vom einfachen Datendienst bis hin zu HDTV-Fernsehkanälen werden. Die hohe Übertragungseffizienz des DVB-Systems - in einem Fernsehkanal können vier bis fünf Programme übertragen und mit einer einfachen Antenne empfangen werden - ermöglicht es, das terrestrische Fernsehangebot wesentlich auszuweiten und daneben auch Hörfunk und multimediale Datendienste einzubeziehen. DVB-T dürfte mittel- und langfristig die gegenwärtige analoge terrestrische Rundfunkversorgung ablösen. Anders als heute liegt der Schwerpunkt auf portabler und mobiler Versorgung mit starkem regionalen und lokalen Bezug. DVB-T stellt als technische Plattform eine Ergänzung zu Kabelfernsehen und zur Satellitenversorgung dar. Der Wettbewerb der digitalen Technologien kann nach Auffassung der MABB dazu beitragen, daß Deutschland auf dem Weg in die digitale Zukunft Schritt mit anderen Ländern hält. In den USA soll die digitale terrestrische Übertragung bis 2006 vollständig die analoge ablösen; auch in Großbritannien wird der Übergang mit der nationalen Ausstrahlung von fünf Kanälen bereits im nächsten Jahr beginnen. Das Pilotprojekt mit digitalem terrestrischem Fernsehen ergänzt die Einführung von Digital Audio Broadcasting (DAB). DVB-T wird den Schwerpunkt beim Fernsehempfang und bei portabler und stationärer Nutzung haben, DAB ist besonders für den mobilen Empfang und für Hörfunk geeignet. Anbieter von Datendiensten können die Synergien nutzen, die bei einer jeweils auf die Stärken der einzelnen Übertragungswege zugeschnittenen Verbreitung über DVB-T, DAB, aber auch über das digitale Kabel und andere digitale Netze entstehen.

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