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Weniger Digitale Radio (DAB) Programme in Berlin-Brandenburg

Anstoß für eine bundesweite Neupositionierung von DAB

Vier private Hörfunkunternehmen habe ihre Sendeerlaubnisse für insgesamt sieben digitale Radioprogramme vor dem Hintergrund der schwierigen Wirtschaftslage zurück gegeben.

In Berlin-Brandenburg gibt es damit immer noch 14 DAB-Programme (weit mehr als im Bundesdurchschnitt), darunter drei von privaten Veranstaltern. Über UKW sind 26 Programme zu empfangen. Der Direktor der mabb, Dr. Hans Hege, äußerte Verständnis für die privaten Hörfunkveranstalter und den VPRT. DAB kann auf absehbare Zeit UKW nicht ablösen (anders als beim analogen Antennenfernsehen und DVB-T). Die Veranstalter müssten DAB-Kosten neben denjenigen für UKW übernehmen, und erreichen doch nur einen Bruchteil der Hörer, auf denen ihre Finanzierung aufbaut. Selbst nach optimistischen Prognosen wird auf Jahre hinaus nur ein kleiner Teil der über 200 Mio. geschätzten UKW-Radios durch DAB-Empfänger abgelöst werden. Auch die wirtschaftliche Basis für die Veranstaltung neuer, zusätzlicher Programme ist dünn. Die mabb hat zwischen 1995 und 1998 das gemeinsam mit der Deutschen Telekom AG und dem SFB durchgeführte Pilotprojekt mit erheblichen Mitteln unterstützt. Sie war und ist bereit, im Interesse der bundesweiten Zielsetzungen auch den seit einem Jahr bestehenden Regelbetrieb von DAB mit Förderungssätzen zwischen 34 % (für den Ballungsraum Berlin) bis 64 % (für die flächendeckende Versorgung in Brandenburg) finanziell zu unterstützen, hat aber die Frequenzen von vorn herein mit der Maßgabe ausgeschrieben, dass ein wesentlicher Teil der Kosten von den Veranstaltern getragen werden muss. Die Deutsche Telekom ist nicht mehr wie in Zeiten des Pilotprojektes bereit und in der Lage, einen finanziellen Beitrag jenseits der Kostendeckung zu leisten, und etwa die Senderentgelte nach der Zahl der tatsächlich erreichten Geräte zu bemessen. Auch von der Automobil- und Geräteindustrie sind keine Förderungen zu erwarten. Die mabb räumt DAB nach wie vor eine Chance ein, sieht sich aber nach den geltenden Bestimmungen nicht berechtigt, die Ausstrahlungskosten vollständig aus Rundfunkgebühren zu finanzieren. Es ist eine von den Ländern zu treffende Entscheidung, ob DAB entsprechend der Forderung des VPRT künftig auch für private Veranstalter voll aus Rundfunkgebühren gefördert wird. Diese Förderung müsste sich weit über den bisherigen Gebührenzeitraum von 2004 hinaus erstrecken und bei Nutzung zusätzlicher DAB-Kapazitäten ggf. noch erweitert werden. Offen bliebe, wie schnell die Verbraucher veranlasst werden, ihre UKW-Geräte durch DAB-Empfänger zu ersetzen. Im Vordergrund der Diskussion sollten nicht zusätzliche Fördermaßnahmen, sondern eine neue Positionierung von DAB stehen. „Die Krise ist eine Chance, DAB neu und realistisch zu positionieren,“ sagte der Direktor der mabb, Dr. Hans Hege.

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