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Integrationsvolontariat für drei Journalisten mit Fluchthintergrund

6. Juli 2017

Journalistische Ausbildung, Deutschunterricht und redaktionelle Außenstationen

Seit dem 1. Mai 2017 führt die mabb im Rahmen ihres Ausbildungsengagements ein Integrationsvolontariat durch. In dem 18 Monate dauernden und deutschlandweit einzigartigen Programm erhalten drei Nachwuchsjournalisten mit Fluchthintergrund bei ALEX Berlin und zahlreichen Kooperationspartnern (z. B. bild.de, Der Tagesspiegel, ntv, rbb) eine mehrstufige und trimediale journalistische Ausbildung, die sie dazu befähigen soll, auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine qualifizierte Beschäftigung zu finden.

Nach umfassender Recherche und Gesprächen mit im Integrationsbereich tätigen Institutionen wie Neue deutsche Medienmacher, Hamburg Media School oder Amal Berlin hat die mabb bei ALEX Berlin ein Konzept entwickelt, das zunächst fachspezifischen Deutschunterricht bei den Berlitz Sprachschulen und speziell zugeschnittenen journalistischen Unterricht an der Evangelischen Journalistenschule anbietet, um dann vor allem im letzten Drittel der Ausbildung medienpraktische Erfahrung in renommierten Medienunternehmen zu ermöglichen.

Medienpartner für die redaktionellen Außenstationen sind:
Print/Online: bild.de, Der Tagesspiegel, taz. die tageszeitung
TV: DW, n-tv, rbb
Radio: Deutschlandradio, FluxFM, rbb

Arbeit der Volontäre bei ALEX

Aus zahlreichen Bewerbern wurden drei Volontäre ausgewählt:



Hiba Obaid
, 27, Syrien: Die junge Frau studierte arabische Literatur in Aleppo, schrieb unter Pseudonym für regimekritische Zeitungen und floh 2013 über Libanon und an IS-Checkpoints vorbei in die Türkei. Im Oktober 2015 erreichte sie Berlin und schrieb u.a. für den Tagesspiegel und die Online-Zeitung „Wir machen das“.

Ahmad Wali Temori, 23, Afghanistan: Temori studierte Politik in Kabul und übersetzte für die US-Streitkräfte. Nach Morddrohungen der Taliban floh er über drei Monate zu Fuß über Iran, Türkei und Griechenland und wurde mehrfach inhaftiert. Seit August 2015 ist er in Deutschland. Er schrieb seitdem u.a. für den Tagesspiegel, engagierte sich bei der Berliner Philharmonie und machte ein Praktikum bei Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries.

Jamal Ali, 30, Aserbaidschan: Der Musiker Ali, der eine Ausbildung zum Tonmeister absolviert hat, kam 2012 für seine regimekritischen Songs ins Gefängnis. Im Exil in Berlin publizierte er satirischen YouTube-Videos, in denen er die konservative Ordnung in seiner Heimat kritisierte. 2013 gründete er mit anderen Meydan TV, eines der erfolgreichsten Exilmedien in Deutschland, für das er seitdem produziert.

Seit Mai werden die Volontäre bei ALEX in Arbeitsprozesse und crossmediale Produktionen eingebunden. Mit Unterstützung der Ausbildungsbeauftragten haben sie u. a. von der MEDIA CONVENTION Berlin berichtet, über Fake News geschrieben, Strecken-Interviews auf dem Karneval der Kulturen geführt und Features, Hörfunksendungen und Kurzfilme produziert. Hiba Obaid, Ahmad Wali Temori und Jamal Ali produzieren auch Integrationsinhalte und fungieren so bereits jetzt als Multiplikatoren für die Integration von geflüchteten Menschen in unsere Gesellschaft.

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