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Deutlich über dem Bundesdurchschnitt: Nutzung von DVB-T2 HD in Berlin

Länderbericht der mabb zur Digitalisierung in Berlin-Brandenburg erschienen

  • Bereits sechs Monate nach Abschaltung von DVB-T nutzen 16 Prozent der Berliner TV-Haushalte DVB-T2 HD. Das sind mehr als zehn Prozent über dem Bundesdurchschnitt.
  • Jeder zweite TV-Haushalt in Berlin (53 Prozent) hat seinen Fernseher direkt oder via Streaming-Stick, Spielkonsole, Set-Top-Box etc. mit dem Internet verbunden, in Brandenburg sind es 41 Prozent.
  • YouTube ist in Berlin und Brandenburg weiterhin die am häufigsten genutzte Videoplattform. Den stärksten Zuwachs verzeichnen Online-Videotheken, vor allem Netflix.
  • Für über 40-jährige Berliner und Brandenburger bleibt das TV-Gerät das wichtigste Gerät zur Nutzung von Bewegtbild.
  • UKW bleibt in Berlin und Brandenburg weiterhin die meistgenutzte Radioempfangsart. Die Ausstattung der Berliner Haushalte mit WLAN-Radios verdoppelt sich. Die DAB+-Geräteausstattung steigt in Berlin auf 14,2 Prozent und in Brandenburg auf 13,3 Prozent.

Die kompletten Ergebnisse des Länderberichts „Digitale Entwicklung in Berlin und Brandenburg – Digitalisierungsbericht 2017“ stehen hier zum Download zur Verfügung.

Berlin, 5. September 2017. Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) hat im Rahmen der diesjährigen Untersuchungen zum Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten eine zusätzliche Befragung beauftragt. Insgesamt wurden im Mai und Juni 2017 über 900 Personen in Berlin und im Land Brandenburg befragt. „Besonders interessant ist, dass bereits sechs Monate nach der Umstellung auf DVB-T2 HD knapp 16 Prozent der Berliner Haushalte diesen Empfangsweg nutzen“, so mabb-Direktorin Dr. Anja Zimmer. „Das Ergebnis liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 5,5 Prozent. Erfreulich ist außerdem, dass die Digitalisierung der TV-Übertragungswege in Berlin und Brandenburg wieder einen Schritt nach vorne gemacht hat: 92 Prozent der TV-Haushalte empfangen ihre Fernsehprogramme inzwischen digital.“

Berlin bleibt Kabelmarkt – Satellit bleibt Spitzenreiter im Land Brandenburg

Mit 65,9 Prozent liegt der Anteil des TV-Empfangs über Kabel in Berlin weiterhin an erster Stelle, hat im Vergleich zum Vorjahr allerdings 8 Prozentpunkte verloren. IPTV hat sich in Berlin als TV-Übertragungsweg etabliert und liegt mit 11,2 Prozent erstmals vor dem TV-Empfang via Satellit (11,1 Prozent). In Brandenburg ist der Satellit mit knapp 55 Prozent Spitzenreiter unter den TV-Übertragungswegen. Weiterhin hoch ist aber auch die Kabelnutzung mit 38,6 Prozent. IPTV und die Terrestrik liegen zusammen bei knapp 16 Prozent.

Connected TV weit verbreitet – Starker Zuwachs für Online-Videotheken

Über die Hälfte der Berliner TV-Haushalte (52,7 Prozent) hat mittlerweile ein Fernsehgerät direkt oder mit Hilfe von Zusatzgeräten wie Set-Top-Boxen, Streaming-Sticks oder auch Tablets und Laptops mit dem Internet verbunden. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Berlin liegt gegenüber den anderen Bundesländern aber weiterhin auf dem ersten Platz. In Brandenburg liegt die Anschlussquote mit 40,9 Prozent leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 46,8 Prozent.

Unabhängig vom Endgerät nutzen etwa 1,45 Millionen Personen in Berlin und 822 Tausend Personen in Brandenburg mindestens einmal pro Monat Videoangebote aus dem Internet. YouTube liegt dabei an erster Stelle, gefolgt von den Mediatheken der TV-Sender und den Online-Videotheken. An vierter Stelle steht die Videonutzung über soziale Netzwerke wie Facebook. Den größten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen in Berlin und Brandenburg die Online-Videotheken Netflix, Maxdome und Amazon Video.

Jeder dritte 14- bis 29-jährige Berliner nutzt mindestens einmal pro Woche Netflix und Mediatheken öffentlich-rechtlicher Sender. YouTube ist in dieser Zielgruppe das meistgenutzte Videoportal. Knapp 60 Prozent der befragten 14- bis 29-Jährigen in Berlin und Brandenburg gaben an, YouTube mindestens einmal in der Woche zu nutzen.

Lineares Fernsehen weiterhin stark genutzt – Nur nicht von jüngeren Zielgruppen

Für große Teile der Bevölkerung in Berlin und Brandenburg ist das lineare Fernsehprogramm nach wie vor das meist genutzte. Bei Personen ab 14 Jahren entfallen in Berlin 62 Prozent des Nutzungsanteils auf klassisches Fernsehen und 25 Prozent auf VoD. In Brandenburg liegt das lineare Fernsehprogramm weiterhin bei einem Nutzungsanteil von 76 Prozent. Bei den 14- bis 29-Jährigen verschiebt sich das Ergebnis allerdings drastisch: 55 Prozent der Befragten in Berlin und 44 Prozent in Brandenburg nutzen am meisten VoD- und Livestream-Angebote, wenn sie Videoinhalte konsumieren. Nur etwa 35 Prozent der 14- bis 29-Jährigen aus Berlin und Brandenburg nutzen das lineare TV-Angebot.

UKW noch immer meistgenutzte Radioempfangsart – 10 Prozent Verlust in Berlin

Weiterhin wird Radio in Berlin und Brandenburg am meisten über UKW empfangen. 63,4 Prozent der Befragten in Berlin (-10,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und 78,7 Prozent im Land Brandenburg (-1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) bevorzugen für den Empfang den analogen Standard. Das Internet ist in Berlin für 7,6 Prozent der Bevölkerung der meistgenutzte Radio-Empfangsweg, DAB+ hat um fast 4 Prozentpunkte aufgeholt und liegt mit 7,1 Prozent an dritter Stelle. Im Land Brandenburg hören bisher nur 2,2 Prozent der Befragten Radio am meisten über DAB+.

Über den Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten

Der Digitalisierungsbericht ist eine jährlich durchgeführte Studie zur Empfangssituation von Fernsehen und Radio sowie zur Nutzung digitaler Endgeräte und Dienste im Zuge der Medienkonvergenz. Die Studie wird im Auftrag der Medienanstalten durchgeführt unter Beteiligung von SES, Media Broadcast, Unitymedia, Vodafone (Kabel Deutschland), Deutschlandradio und der ARD.

Der Länderbericht Berlin-Brandenburg wird im Rahmen der Erhebung des Digitalisierungsberichts zusätzlich von der mabb beauftragt. Er liefert repräsentative Ergebnisse über die Ausstattung von Berliner und Brandenburger Haushalten mit Geräten zur Mediennutzung, über deren Nutzungshäufigkeit und die Mediennutzung allgemein. Die umfangreichen Daten geben darüber hinaus Auskunft über den Digitalisierungsgrad der TV-Haushalte, die Nutzung von Smart-TV, Livestreaming und Video-on-Demand-Diensten sowie über die Geräteausstattung der Haushalte zur Radionutzung.

Über die mabb

Die mabb ist die gemeinsame Medienanstalt der Länder Berlin und Brandenburg. Ihre Regulierungsaufgaben nimmt sie bei bundesweiten Veranstaltern und Plattformen zusammen mit den gemeinsamen Organen der Medienanstalten der Länder wahr. Entsprechend ihrem gesetzlichen Auftrag fördert die mabb in Berlin und Brandenburg Medienkompetenz und -ausbildung sowie Projekte für neue Übertragungstechniken. Der Erfüllung dieser Aufgaben dienen als Einrichtungen in Trägerschaft der mabb ALEX Offener Kanal Berlin und das Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ).

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