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Seit 2012 veranstalten die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) das Sommerforum Medienkompetenz mit dem Ziel, Wissenschaft und Praxis miteinander zu vernetzen und aktuelle Themen aus dem Medienbildungsbereich zu diskutieren. Im Rahmen des Sommerforums findet zudem die jährliche Preisverleihung des medius statt – ein Preis für innovative, wissenschaftliche und praxisorientierte Abschlussarbeiten im Medienbildungsbereich.

Sommerforum Medienkompetenz 2021

Das diesjährige Sommerforum Medienkompetenz fand am 10. Juni 2021 von 13:00-15:15 Uhr als Online-Konferenz bei ALEX Berlin statt.

Unter dem Motto "Vielfalt erzählen. Repräsentation gesellschaftlicher Realitäten in den Medien" diskutierten Expertinnen und Experten zum Thema Diversität:

Kopftuchtragende Putzfrauen, stigmatisierte Menschen mit Behinderung, Kriminelle mit Migrationszuschreibung, trans* Sexarbeiterinnen als Mordopfer – in fiktionalen wie in nonfiktionalen Medienproduktionen werden auch in 2021 zahlreiche Stereotypen reproduziert und marginalisierte Gruppen auf klischeehafte Figurentypen reduziert. Gleichzeitig sind gegenläufige Trends zu beobachten: Es entstehen vermehrt Erzählungen, die der Stereotypisierung eine neue Vielfalt entgegensetzen und es gibt zunehmend innovative Formate, die sich diversen Erzählweisen öffnen und bisher ungehörte Stimmen zu Wort kommen lassen. Komplexe, tiefgründige und vielfältige Lebensgeschichten sind vor allem für jüngere Menschen interessant und werden von ihnen eingefordert. Crossmedial umgesetzte, spannende, wahrhaftige und glaubwürdige Inhalte finden ein immer breiteres Publikum.

Das Sommerforum Medienkompetenz 2021 widmete sich den sichtbaren wie auch den versteckten Stereotypisierungen medialer Erzählungen – und den Möglichkeiten, diese zu überwinden. Wie können wir uns diese stereotypen Darstellungen besser bewusst machen? Wo, wie und von wem können diverse Geschichten erzählt werden und welche formalen und inhaltlichen Öffnungsschritte sind dafür notwendig? Und wie kann es gelingen, Menschen aus marginalisierten Gruppen in medial erzählten Geschichten diskriminierungsfrei zu repräsentieren - und zwar nicht als eine stereotypisierte Projektionsfläche für das „Andere“, sondern als Mitmenschen mit all ihren facettenreichen Lebensentwürfen und Emotionen?

Im Anschluss an die Diskussionsrunden wurde der medius, der Preis für herausragende Abschlussarbeiten im Medienbildungsbereich, verliehen.

Das Sommerforum Medienkompetenz und die medius Preisverleihung stehen in der ALEX-Mediathek zur Verfügung.


Und der medius 2021 geht an...

In diesem Jahr wurden vier Arbeiten ausgezeichnet, wobei zweimal der 1. Platz und zweimal der 2. Platz vergeben wurde.

1. Platz: Meike Cruz Leon (Donau-Universität Krems): "Eine qualitative Studie über den Einsatz von audiovisuellen Lernangeboten auf dem Tablet zum Erlernen von Gebärden bei Kindern mit kognitiven und kommunikativen Beeinträchtigungen und deren Eltern"

1. Platz: Anna Seikel und Antonia Zerres (Universität Leipzig): "Sex Education 2.0:
An Explorative Study on How Queer Young Adults Use the Internet for Information on Sexual Health and Sexuality"


2. Platz: Julia Nickel
(Universität Leipzig): "Also natürlich wurde ich auch beleidigt" – (Wert-)Verletzendes Handeln in digitalen Sozialräumen Eine qualitative Untersuchung der Perspektive Jugendlicher"

2. Platz: Jennifer Ackermann (TH Köln): "Herausforderung Medienerziehung – Bedeutung digitaler Medien in der stationären Kinder- und Jugendhilfe"

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