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Sommerforum Medienkompetenz

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Seit 2012 veranstalten die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) das Sommerforum Medienkompetenz mit dem Ziel, Wissenschaft und Praxis miteinander zu vernetzen und aktuelle Themen aus dem Medienbildungsbereich zu diskutieren. Im Rahmen des Sommerforums findet zudem die jährliche Preisverleihung des medius statt – ein Preis für innovative, wissenschaftliche und praxisorientierte Abschlussarbeiten im Medienbildungsbereich.

Sommerforum Medienkompetenz 2019

Fotos: sh/fsf

Das Sommerforum Medienkompetenz 2019 hat am 13. Juni 2019 bei ALEX Berlin stattgefunden. Die Aufzeichnungen des Panel-Talks und der medius-Preisverleihung sind in der ALEX-Mediathek verfügbar.

Thema: Digitale Streitkultur Welche Regeln brauchen wir?

Demokratie braucht Streit. Nur im offenen Diskurs können gegensätzliche Positionen sichtbar und Argumente ausgetauscht, begründet und abgewogen werden.  Erst im Wettstreit der Argumente ist freie Meinungsbildung möglich. Leidenschaftliches Streiten ist in demokratischen Kontexten daher unabdingbar und sogar erwünscht  – sofern grundsätzlicher Konsens über die dabei geltenden Regeln besteht, d. h. dass der Streit fair geführt wird und die Rechte der jeweils anderen gewahrt bleiben. Im digitalen Raum erleben wir derzeit oft das Gegenteil. In emotional aufgeladenen Schlagabtäuschen ist es gar nicht gewollt, auf andere Meinungen einzugehen oder sie gar abzuwägen. Vielmehr sollen die Anderen mundtot gemacht werden. Empörung und Abgrenzung statt Meinungsaustausch. Beleidigung und Diffamierung statt Diskussion. Manifestieren sich derartige Kommunikationsstile in der Breite, ist eine gesellschaftliche Polarisierung zu befürchten, der offene Diskurs und damit auch die freie Meinungsbildung geraten in Gefahr. Die Anonymität des Netzes lässt soziale Hemmschwellen offenbar sinken und befördert aggressive Kommunikationsstile. Die Geschwindigkeit der Kommunikation und Kürze der Beiträge in sozialen Medien produzieren vorschnelle Äußerungen und extreme Zuspitzungen. Vertiefende Gedanken und Abwägen von Argumenten hingegen scheinen der Logik des Mediums zu wi-dersprechen.
 
Moderatorin Teresa Sickert diskutierte mit den Gästen Prof. Dr. Christoph Neuberger (Professor Kommunikationswissenschaft, Ludwig-Maximilians-Universität München), Thore Barfuss (Ressortleiter Community und Social Media, WELT), David Lanius (Leiter Forum Streitkultur) und Dr. Nicole Rieber (Projektmanagerin, Berghof Foundation) darüber, was eine gute digitale Streitkultur ausmacht, inwiefern technische Tools und Funktionen den Diskurs befeuern oder auch stören können und wie nicht nur jungen Nutzern sozialer Medien die Bedeutung von Meinungsvielfalt und produktivem Streit vermittelt werden kann.

Der medius 2019 geht an…

Susann Frömmer (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg): „Aktive Videoarbeit mit Jugendlichen mit geistiger Behinderung“

Eva Schwarz (Universität Leipzig): „Wie sprechen Jugendliche über Pornografie? (Re-)Produktion von Normvorstellungen in Erzählungen Jugendlicher über die mediale Aneignung von Pornografie“

Siglinde Peetz (Hochschule Fulda): „Leben mit Hashtags und Likes. Eine soziologische Rekonstruktion der Umgangsformen junger Leute in den sozialen Medien“

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