Social-Media-Verbot, Desinformation & die Auswirkungen von KI – die mabb auf der re:publica26
Die Herausforderungen der digitalen und medialen Zukunft sind groß, aber aufgeben ist keine Option: „Never gonna give you up“ lautete das Motto der diesjährigen re:publica26, auf der die mabb auch dieses Jahr wieder zu aktuellen Digital- und Gesellschaftsthemen mitdiskutierte.
Mit der Ärztin Dr. Kerstin Paschke, Leiterin des Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ), tauschten sich mabb-Jugendrätin Sanya Lehmann, der stellvertretende mabb-Direktor Dr. Kristian Kunow und die Moderatorin Ninia LaGrande darüber aus, ob wir ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche brauchen. Vor dem Hintergrund ihrer ärztlichen Erfahrung argumentierte Kerstin Paschke für ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche. Sie sorgt sich vor allem um die negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Gleichzeitig wünscht sie sich, die verschiedenen Handlungsoptionen weniger gegeneinander zu stellen, sondern zu schauen, wie sie ineinandergreifen könnten. Sanya Lehmann drängte vor allem darauf, diese Debatte mehr mit denen zu führen, die ein mögliches Verbot treffen würde: mit den Kindern und Jugendlichen selbst. Dabei verwies sie auch auf die Vorteile von Sozialen Medien: „Es gibt ja gute Gründe, warum wir Social Media nutzen.“ Die Meinung, dass man mit einem Social-Media-Verbot Kinder und Jugendliche von sozialer Teilhabe ausschließe und das Problem eher nach hinten verlagert, teilte auch Kristian Kunow, räumt aber ein, dass Handlungsbedarf besteht, um sie besser zu schützen: „Ich glaube wir sind uns fast alle einig, dass das momentane Schutzniveau nicht ausreicht.“
Im Programmpunkt "Wie KI-Suchmaschinen unsere Meinungsvielfalt beeinflussen und was jetzt zu tun ist" erklärte die Direktorin der Landesmedienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA/HSH) Eva-Maria Sommer, wie KI die Online-Suche und damit auch die Informationsordnung selbst verändert. Gemeinsam mit dem Informationswissenschaftler Prof. Lewandowski gab sie einen Einblick in aktuelle Forschung und welche regulatorischen Möglichkeiten sich daraus ergeben. Ninia LaGrande moderierte.
Beim Meet-Up konnten Interessierte den Newstest, den digitalen Selbsttest der mabb, der Bundeszentrale für politische Bildung und der Landesanstalt für Medien NRW, ausprobieren. Dabei konnte sie ihre eigene Informations- und Nachrichtenkompetenz spielerisch überprüfen, erfahren, wie gut sie die Qualität von Nachrichten beurteilen können und ob sie Falschmeldungen im Netz erkennen. Die Teilnehmenden konnten sich direkt über ihre Ergebnisse und zu Fragen rund um das Thema Desinformation und Informationen im Netz austauschen.
Die Programmpunkte waren Teil des Medien-Tracks, der vom Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB) gefördert und von der mabb unterstützt wird.