Der Preis geht an… den Journalismus vor Ort! Medienanstalt Berlin-Brandenburg verleiht erstmals den Lokaljournalismus-Preis „Stadt_Land im Fluss“
Berlin, 14. November 2025. Bewegende Momente erlebten Nominierte und Gäste gestern Abend im Palais der Kulturbrauerei bei der Premiere des neuen Lokaljournalismus-Preises „Stadt_Land im Fluss“. Mit dem Preis, der von der Senatskanzlei Berlin und der Staatskanzlei Brandenburg gestiftet wird, macht die mabb in Kooperation mit dem Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ) journalistische Leistungen sichtbar, die die lokale Öffentlichkeit stärken, neue Impulse setzen und unabhängige Berichterstattung sichern. Die Auszeichnung wird in drei Kategorien vergeben – Lokal_Pioniere, Lokal_Wandel und Lokal_Innovation. Für jede Kategorie wird im Rahmen der Veranstaltung je ein:e Preisträger:in aus Berlin und aus Brandenburg geehrt. Jeder vergebene Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.
„Die Menschen interessiert, was vor der eigenen Haustür passiert. Was ist am Wochenende los? Was hat der Gemeinderat beschlossen? Seriös recherchierte Antworten liefert lokaler Journalismus“, betonte Kathrin Schneider, Ministerin und Chefin der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, auf der Verleihung. „Dieser ist in der heutigen medialen Welt unter Druck geraten, aber wir brauchen natürlich gute Berichterstattung vor Ort. Genau deswegen stellen die Länder Brandenburg und Berlin seit 2021 für die Medienanstalt zusätzliche Mittel zur Verfügung. Die mabb finanziert damit Programme zur aktiven Förderung lokaljournalistischer Angebote. Es ist eine tolle Idee der mabb, dazu noch einen Lokaljournalismus-Preis auszuloben. Der Preis ist eine wunderbare Würdigung für diejenigen, die sich im gesamten Land, dicht bei den Menschen, für lokale Berichterstattung engagieren. Der Preis macht Innovation und Qualität sichtbar. Denn ein starker und unabhängiger Lokaljournalismus ist die Grundvoraussetzung für eine gut informierte Öffentlichkeit und für demokratische Teilhabe. Er schafft Orientierung und Transparenz.“
Dr. Eva Flecken, Direktorin der mabb, erläutert, warum es den neuen Preis genau jetzt braucht: „Mit Stadt_Land im Fluss setzen wir ein bewusstes Zeichen. Lokaljournalistischer Arbeit gebührt Anerkennung, und herausragendem Lokaljournalismus möchten wir mit dem Preis eine besondere Bühne geben. Qualitativ hochwertige Berichterstattung, kritisches Nachfragen und Einordnung des Geschehens im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen ist keine Selbstverständlichkeit, jedoch unverzichtbar für freie Meinungsbildung und eine demokratische Öffentlichkeit. Lokale Redaktionen in Berlin und Brandenburg leisten trotz wirtschaftlicher Herausforderungen täglich einen wichtigen Beitrag für das Gelingen unserer Demokratie. Die Anerkennung durch den Preis stärkt diese Arbeit und macht ihre Bedeutung sichtbar.“
Stimmen aus den Gewinnerprojekten
Besonders eindrücklich waren am gestrigen Abend die Momente, als die Preisträger:innen von ihrer Auszeichnung erfuhren.
Kathleen Urbanski, Geschäftsführerin von lausitz.tv und Gewinnerin in der Kategorie Lokal_Pioniere aus Brandenburg für das TikTok-Projekt „#realspn“, zeigte sich auf der Bühne sichtlich überwältigt: „Wir freuen uns riesig, was für eine Ehre! Wir lieben Lokalfernsehen mit Haut und Haar.“ Ihre Geschäftspartnerin Christin Ertner ergänzte: „Ich möchte sagen, wie schön es ist, Wertschätzung zu erfahren für die Arbeit, die man leistet.“
Auch Susanne Bayer, Vorstandsmitglied des Vereins radio connection e.V., dessen Projekt „Aktiv: Marzahn-Hellersdorf“ in der Kategorie Lokal_Wandel in Berlin ausgezeichnet wurde, war gerührt: „Das habe ich nicht erwartet. Ich glaube, das ist für das ganze Team ein toller Erfolg, denn bei uns sind viele Journalist:innen, die ihre Heimatländer verlassen mussten und bei uns wieder journalistisch arbeiten können.“
Die Preisträger:innen auf einen Blick
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Kategorie |
Bundesland |
Preisträger:in |
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Lokal_Pioniere |
Brandenburg |
#realspn von lausitz.tv |
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Lokal_Pioniere |
Berlin |
Nächster Halt, Berlin von Berliner Rundfunk 91.4 |
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Lokal_Wandel |
Brandenburg |
Podcast „Havelland & Leute“ von FluxFM |
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Lokal_Wandel |
Berlin |
Aktiv: Marzahn-Hellersdorf von radio connection e.V. |
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Lokal_Innovation |
Brandenburg |
Die Radio Potsdam Wahl-Challenge von Radio Potsdam |
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Lokal_Innovation |
Berlin |
Weddingweiser App von Weddingweiser UG |
In der Kategorie Lokal_Pioniere wurde zusätzlich und auf ausdrücklichen Wunsch der Jury noch eine Einreichung lobend erwähnt – der Podcast „Wer war Konrad Wolf?“ von Fabien Meier und Johanna Deventer.
ALEX Berlin hat die Verleihung live im TV und Stream übertragen. Die komplette Preisverleihung ist hier verfügbar.
Hintergrund zum Lokaljournalismus-Preis und zur Förderung
Seit 2021 unterstützt die mabb aus Landesmitteln lokaljournalistische Projekte in Berlin und Brandenburg, um Informationslücken vor Ort zu schließen, neue Zielgruppen zu erreichen und den Menschen in der Region verlässliche, relevante Berichterstattung bereitzustellen. Diese Förderung ist ein zentraler Baustein für den Erhalt und die Zukunftsfähigkeit des Lokaljournalismus in beiden Bundesländern. Vor diesem Hintergrund hat die mabb den neuen Lokaljournalismus-Preis „Stadt_Land im Fluss“ initiiert, der vom Land Berlin und vom Land Brandenburg gestiftet und in Kooperation mit dem MIZ Babelsberg verliehen wird. Bewerben konnten sich kommerzielle und nichtkommerzielle Medienanbieter:innen ebenso wie Einzeljournalist:innen aus beiden Bundesländern oder mit nachweisbarer Nähe zum jeweiligen Berichtsgebiet.
Wie die Lokaljournalismus-Förderung der mabb ist auch die Preisvergabe staatsfern organisiert. Die Auswahl der Gewinnerprojekte erfolgte durch zwei unabhängige Fachjurys:
Jury für die Kategorien Lokal_Pioniere und Lokal_Wandel:
- Dr. Heribert Prantl (Journalist und Autor)
- Anne Lena Mösken (Stv. Chefredakteurin Freie Presse in Chemnitz)
- Marieke Reimann (Journalistin und Moderatorin)
- Flora Boehlke (Alumna des mabb-Förderprogramms „Voices of Brandenburg“)
- Benjamin Denes (Geschäftsführer ems - electronic media school)
Jury für die Kategorie Lokal_Innovation:
- Marco Maas (Journalist und Gründer der Agentur Datenfreunde)
- Jan Georg Plavec (Leiter des Datenjournalismusteams bei Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten)
- Jade-Yasmin Tänzler (Redakteurin in der Chefredaktion Rundfunk Berlin-Brandenburg)
- Eva Wolfangel (Journalistin, Autorin, Speakerin und Moderatorin)
Fotos: Thomas Rafalzyk