Neun für die Vielfalt: mabb-Medienrat startet in neue Amtszeit
Berlin, 21. September 2026. Der Medienrat der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) hat sich heute für seine neue Amtszeit konstituiert. Neu im neunköpfigen Gremium sind Johannes Beermann, Tilo Bernhardt, Burkhard Kieker und Linda Rath. Markus Beckedahl, Stephan Goericke, Martin Gorholt, Karin Halsch und Steffen Schroeder gehören dem Medienrat weiterhin an.
In seiner konstituierenden Sitzung wählten die Mitglieder Johannes Beermann zum neuen Vorsitzenden (links im Bild). Steffen Schroeder übernimmt die Stellvertretung.
„Unser Auftrag lautet, uns gemeinsam für Medienvielfalt in Berlin und Brandenburg starkzumachen“, so Johannes Beermann. „Dazu gehört ein zukunftsfähiger Lokaljournalismus in beiden Ländern sowie der Erhalt unserer vielfältigen und digitaler werdenden Radiolandschaft in einem soliden wirtschaftlichen Umfeld. Gleichzeitig stehen große medienpolitische Themen vor uns: vom Wandel der Mediennutzung bis hin zur Frage, wie unabhängige journalistische Angebote für die digitale Öffentlichkeit sichtbar bleiben. Wir freuen uns, die Aufgaben gemeinsam anzugehen.“
Im neu konstituierten Medienrat bündelt sich Expertise aus Journalismus und Medien, Digitalpolitik, Wissenschaft, Technologie sowie aus den Bereichen (Betriebs-)Wirtschaft, Recht und Kultur.
Wer sind die Neun für Vielfalt?
Markus Beckedahl ist seit 2010 Mitglied des Medienrates. Der Digitalexperte und Autor ist Mitbegründer und kuratorischer Leiter der re:publica-Konferenz. Als Gründer des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie entwickelt er mit seinem Team gesellschaftliche Strategien, um die Abhängigkeit von Big Tech zu lösen. Mit dem Bonn-Institute kuratiert er das b-future Festival für Journalismus und konstruktiven Dialog. Markus Beckedahl hat netzpolitik.org gegründet und als langjähriger Chefredakteur aufgebaut.
Johannes Beermann ist Jurist und war als Staatssekretär und Staatsminister in Landesregierungen sowie als Vorstand der Deutschen Bundesbank tätig. Er gehörte dem ZDF-Fernsehrat an. Darüber hinaus war er Mitglied im Verwaltungsrat der Deutschen Welle und in weiteren Gremien des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks. Als Chef der Sächsischen Staatskanzlei hielt Johannes Beermann zudem den stellvertretenden Vorsitz der Rundfunkkommission der Länder inne.
Tilo Bernhardt ist Journalist, Autor und systemischer Berater. Er studierte Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und absolvierte ein journalistisches Traineeprogramm bei phoenix. Anschließend arbeitete er mehrere Jahre als Redakteur bei phoenix, dem ZDF, dem SWR sowie für Produktionsfirmen. 2026 erschien sein Buch „Sieben Vorschläge für einen besseren öffentlich-rechtlichen Rundfunk“.
Stephan Goericke ist seit 2015 Mitglied des Medienrates. Mehr als 20 Jahre war er als CEO des International Software Quality Institute (iSQI GmbH) tätig. Heute ist er geschäftsführender Gesellschafter der GOERICKE Beratung für Strategie und Kommunikation GmbH und berät nationale und internationale Kunden aus Wirtschaft, Kultur und Politik. Sein unternehmerisches und gesellschaftliches Engagement, unter anderem als Gründer der Deutschen Parkinson Hilfe e. V., wurde mehrfach ausgezeichnet, insbesondere mit dem Bundesverdienstkreuz.
Martin Gorholt ist seit 2020 Mitglied des Medienrates und war in der vergangenen Amtszeit dessen Vorsitzender. Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler war zuvor Chef der Staatskanzlei Brandenburg und mehrfach als Staatssekretär tätig. Außerdem war er Bevollmächtigter beim Bund des Landes Brandenburg und Beauftragter für Internationale Beziehungen. Außerdem arbeitete er als Bundesgeschäftsführer der SPD.
Karin Halsch ist seit Januar 2025 Mitglied des Medienrates. Sie gehört außerdem dem Aufsichtsrat des Medienboards Berlin-Brandenburg an. Zuvor war sie Mitglied im rbb-Rundfunkrat und Abgeordnete und Vizepräsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses. Außerdem war Karin Halsch medienpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Sie ist außerdem Präsidentin von Special Olympics Berlin e. V. und Vorstandsmitglied des Kinderhaus Berlin Mark Brandenburg e. V.
Burkhard Kieker ist Direktor der Berlin Freedom Conference. Zuvor war er 17 Jahre Geschäftsführer der Berlin Tourismus & Kongress GmbH (visitBerlin). Er absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München und studierte Kommunikationswissenschaft, Politik und Geschichte. Burkhard Kieker arbeitete unter anderem als Moderator bei RIAS Berlin und als Redakteur bei der Wochenzeitung DIE ZEIT.
Prof. Dr. phil. Linda Rath ist seit 2020 Professorin für Media Technology and Development an der Hochschule Mittweida und seit 2017 Geschäftsführerin der Vragments GmbH, wo sie neue Formen des digitalen Storytellings entwickelt. Zuvor war Linda Rath bei der Deutschen Welle tätig und beschäftigte sich im Innovationsteam mit neuen Technologien im Journalismus. Seit 2022 ist sie Vizepräsidentin der Industrie- und Handelskammer Potsdam und Mitglied im Digitalisierungsrat der Landeshauptstadt Potsdam.
Steffen Schroeder ist seit 2020 Mitglied des Medienrates. Der Schauspieler und Autor studierte an der Folkwang-Hochschule Essen und war festes Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters und des Berliner Ensembles. Seit mehr als 25 Jahren ist er in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, unter anderem als Kommissar in „SOKO Leipzig“. 2017 erschien sein erstes Sachbuch, 2020 sein erster Roman. Steffen Schroeder ist Botschafter der Opferhilfe WEISSER RING e.V. und von EXIT Deutschland.
Wie wird der Medienrat gewählt und was sind seine Aufgaben?
Das Gremium besteht aus neun ehrenamtlich tätigen, unabhängigen Mitgliedern. Vier Medienrät:innen werden vom Landtag Brandenburg und fünf vom Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt. Der Medienrat wählt aus seiner Mitte den Vorsitz und seine Stellvertretung. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre. Zu den Kernaufgaben gehören die Zulassung lokal-regionaler Fernseh- und Radioveranstalter und Entscheidungen über die Zuweisung von UKW- und DAB+-Übertragungskapazitäten. Außerdem entscheidet der Medienrat über Fördermaßnahmen für den Lokaljournalismus in Berlin und Brandenburg.